Aktuelle Inszenierung:

„Am Schwarzen See“ von Dea Loher


Fotos von Michael Meinhard

Aufführungen:


Inhalt

Vier Jahre sind vergangen seit dem tragischen Geschehen am schwarzen See. Die beiden Ehepaare, Cleo und Eddie, Else und Johnny, treffen sich zum ersten Mal wieder, um das Unfassbare gemeinsam zu rekonstruieren und so zu verarbeiten. Doch die Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, geraten in immer neuer Figurenkonstellation zu einem spannungsgeladenen Wechselspiel gegenseitiger Verdächtigungen, Schuldzuweisungen und Selbstbezichtigungen. Die Rekonstruktion der früheren Tragödie führt zur schmerzlichen Rückkehr des Verdrängten, auch die jeweiligen Lebenslügen müssen leidvollen Wahrheiten weichen. Am Ende steht nicht die ersehnte Gemeinschaft, die das Leid lindern könnte, sondern die bittere Erkenntnis: „Wir waren allein zu viert“.

 

Inszenierung

Die nur lose aneinandergereihten Szenen des Theaterstücks werden in der Inszenierung dramaturgisch eng miteinander verknüpft, was dem Geschehen mehr Dramatik und der Entwicklung der Figuren eine größere Dynamik verleiht. Innere Monologe und häufiges Beiseitesprechen lassen das Spiel der Darsteller zwischen naturalistischer Einfühlung und irritierender Verfremdung changieren. Die so erzeugte Distanz zum eigenen Ich verhilft den Figuren zur unverstellten Selbstwahrnehmung und gewährt den Zuschauern zugleich unerwartete Einblicke in deren Seelenleben. Während das sehr sparsam angelegte Bühnenbild die emotionale Leere zwischen den Figuren widerspiegelt, verweisen die musikalischen Versatzstücke auf Einsichten, die den Figuren selbst verborgen bleiben.

 

Besetzung:
Cleo = Sabine Quiske
Eddie = Steffen Fischer

Else = Iris Sonntag
Johnny = Andreas Görlich

Dramaturgie und Regie = Achim Haag


Das sagt unser Publikum:

 „Cleo versucht zu retten, was Eddie in den Sand gesetzt hat. Der Blick zeigt ins Leere. Vier Personen, die den Freitod ihrer Kinder aufarbeiten wollen und keinen Weg zueinander finden. Die Frage taucht auf, ist es deprimierend? Für mich nicht, weil die Schauspieler es schaffen, die notwendige Distanz zu wahren. Bravo an alle! (Sybille Johann)